Finanzdienstleister der nächsten Generation

Andre Standke: PSD II – Liberalisierung als Katalysator für neue Geschäftsmodelle

Die digitale Transformation der Finanzdienstleistungsindustrie ist in vollem Gange. Der gesamte Finanzsektor nimmt seine Geschäftsmodelle, Leistungen, Produkte und Prozesse unter die Lupe und prüft sie auf Optimierungsansätze durch neue Technologien und digitaler Kommunikationskanäle. Nicht nur die IT und die Schnittstellen zum Kunden müssen sich einer Transformation unterziehen. Vielmehr ist ein grundlegender Wandel der Denkweise und der Strukturen notwendig, um künftig erfolgreich zu sein.

PSD II – LIBERALISIERUNG ALS KATALYSATOR FÜR NEUE GESCHÄFTSMODELLE

Die im Januar 2018 umzusetzende PSD II soll den Markt für Zahlungsverkehrsdienstleistungen liberalisieren und eine einheitliche gesetzliche Regelung für elektronische (und mobile) Zahlungen schaffen. Der Druck auf Banken wächst, weil Wettbewerber parallele Kundenbeziehungen aufbauen und wertvolle Daten monetarisieren. Aber die PSD II ist keine lästige Pflicht, sondern eine Chance für Innovationen und die Weiterentwicklung etablierter Geschäftsmodelle.

Auf welche Anforderungen müssen sich Finanzdienstleister vorbereiten?
Inwieweit sind bisherige Geschäftsmodelle durch die PSD II bedroht?
Welche neuen Ertragsquellen bieten die Änderungen für die Etablierung zukunftsfähiger Geschäftsmodelle?

Diese und weitere Fragen haben die Panellisten der Finanzdienstleister der nächsten Generation Konferenz am Dienstag unter der Moderation von Andre Standke diskutiert.

Jürgen Kaczmarek, DZ Bank – Stellv. Bereichsleiter Payments Accounts/ Abteilungsleiter Operations Management
Es besteht das Risiko, dass Banken ihre zentrale Rolle gegenüber ihren Kunden verlieren und zukünftig die Abwicklung als nachgelagerte Commodity Dienstleistung erbringen.“

Rolf Henning Hackel, fundsaccess – Vorstandsmitglied | BANKSapi – Geschäftsführer
Bereits jetzt besteht ein scharfer Wettbewerb um das „Gesicht zum Kunden“ – PSD2 verschärft diesen weiter. Damit Banken nicht zu Abwicklungsfabriken degradiert werden, sollten sie ein „Financial Home“ für ihre Kunden zur Verfügung stellen.“

Johannes Sackmann, CGI – Consultant im Bereich Financial Services
Klassisches Retail Banking ist commodity und lukrativ für Nischenplayer und diejenigen, die es verstanden haben die Lebensbedarfe des Kunden zu (er)kennen. Das Aufbrechen der Wertschöpfungskette im Retail Banking liefert im Corporate Banking die Blaupause für die Integration in die Unternehmen z.B. im Rahmen von Supply Chain Finance.

Andre Standke, Dr. Thede Consulting – Geschäftsführer
Banken müssen ihre Handlungsoptionen jetzt genau unter die Lupe nehmen und ihre etablierten Geschäftsmodelle weiterentwickeln. Sie können z.B. ihre eigenen Systeme ausbauen und selbst Anlageprodukte, Händlerangebote oder Services Dritter anbieten. Sie können aber auch Daten verschiedener Konten, auch externer, zusammenführen, um so ein aussagekräftiges Finanzprofil des Nutzers zu erstellen. Mit der Einbindung von Partnern in ihr eigenes Ökosystem schaffen die Banken letztlich eine Win-Win-Situation.“

Wir danken allen Panellisten für die spannende Diskussion und freuen uns auf die Fortsetzung unseres Gedankenaustausches in der Zukunft.

Mehr Informationen zur Konferenz, die Dr. Thede Consulting als Sponsor unterstützte, finden Sie hier